Frauen*rollen und Kunst – Tagesveranstaltung/Symposium in Dresden Eine Veranstaltung der Initiative Feminismus und des Arbeitskreises Kultur am 29.08.2017

12:30-14:30 Besuch der Diplomausstellung des Studiengangs Bildende Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Dresden inkl. Einführung durch die Kuratorin der HfBK Dresden Susanne Greinke, M.A.

Begonnen hat unsere Tagesveranstaltung mit einer Einführung in die kuratorische Praxis der Dresdner Kunsthochschule (HfBK Dresden) durch die Kuratorin der HfBK Susanne Greinke. Anschließend konnte sich jeder selbst ein Bild über den aktuellen künstlerischen Nachwuchs machen, der 2017 sein Studium der Bildenden Kunst formal abgeschlossen hat.

Die Arbeiten streiften Themen über sexuelle Freiheit und Emanzipation, über Gender und Diversität bis hin zu sozio-historische Themen, sei es beispielsweise in Recherchearbeiten oder klassischen Disziplinen der Bildenden Kunst, wie Malerei oder Zeichnung.

Wie kann es sein, dass gewisse Grundfragen des schöpferischen Tuns in jeder Studierendengeneration immer wieder gestellt werden? Wie lauten diese Grundfragen überhaupt? Es sind unter anderem jene nach dem Selbst: nach dem eigenen Körper, der Sexualität, der persönlichen Geschichte und dem gesellschaftlichen Umfeld, in das jedes Individuum eingewebt ist. Es sind aber auch die Urfragen des Kunstschaffens: wieviel ist Technik, was bedeutet das Handwerkliche im Kontext der Kunst, was ist Schönheit oder wie kann mein Leben als Künstler_in jenseits der Akademie in freier Praxis aussehen?
Bei der Diplomausstellung 2017 werden diese Fragen auffällig ernsthaft und unmittelbar gestellt.“

Auszug Pressetext zur Diplomausstellung HfBK Dresden 2017 von Susanne Greinke

 

15:00 -16:30 Besuch der Ausstellung: Frauen in Führung

Zeitraum der Kunstsammlung der Ostsächsischen Sparkasse Dresden inkl. Führung durch das stellvertretende Vorstandsmitglied der Ostsächischen Sparkasse Petra Freifrau von Crailsheim und den Kustos der Sammlung Moritz Stange

 Die großartige Führung und der gesamte Ausstellungsbesuch waren für uns eine sehr bereichernde Erfahrung. Denn die offene Beschäftigung mit den Kulturen des Geschlechts sollte heute zum Grundtenor eines jeden Unternehmens und zum Diskussionsinventar zukunftsorientierter und freier Gesellschaften gehören – der Zeitraum des OSD macht dort einen beachtenswert wichtigen Schritt. Spannend zu sehen war, wie an das Thema der Geschlechtergerechtigkeit individuell, den Erfahrungen der Einzelnen folgend und dabei frei von Ideologien herangegangen wird – und das von einem praktischen, den Realitäten entliehenen Standpunkt aus, der kritische und eigenverantwortliche Verweise nicht negiert.

Es ist nach unserer Auffassung für zeitgenössische Gesellschaftsformen, welche sich vor allem durch Bildung konstituieren, wichtig, Respekt, Toleranz und ein freies und mündiges Menschenbild zu vermitteln. Es ist großartig zu wissen, dass der Mut diesbezüglich Initiative zu ergreifen auch von Frauen* aus beispielsweise höheren unternehmerischen Ebenen kommt, die (sich) einen quasi postfeministischen Gesellschaftsstand (erarbeitet) haben und diesen auch für andere einfordern, dazu forschen (lassen) und diese Meinungen öffentlich machen. Für so ein Engagement sind wir dankbar, betrifft es doch auch unmittelbar unsere/nachfolgende Generation(en), ganz gleich ob im wirtschaftlichen oder wissenschaftlichen Sektor – es baut Hindernisse ab und ermöglicht Fortschritt durch Ideen und nicht durch Privilegien.

Mit vier Themen und ihren provokativen Überschriften beschäftigt sich die Ausstellung „Vielfalt in Führung“:

  • „Führung ist sexy“ Belastung und Druck vs. Freiheit und Gestaltungsmöglichkeiten. Der eigene Blickwinkel entscheidet, ob Führung als reizvoll empfunden wird. Wir sorgen mit Transparenz für Attraktivität – und räumen mit den Mythen über Führungspositionen auf.
  • „Männer* sind besser als Frauen*“ Sind sie nicht – sie sind in Führungspositionen nur in der Überzahl. Damit sich das ändern kann, brauchen wir mehr Bewerbungen von Frauen*. Motivation und Inspiration für diesen Schritt liefern wir in der Ausstellung „Vielfalt in Führung“.
  • „Karrierehindernis Kind“ Warum bedeuten Kinder überwiegend für Frauen* eine Karrierepause? Und: Wie erreichen wir ein erfülltes Berufs- und Familienleben für alle? Wir skizzieren Wege zu diesem Ziel.
  • „Von nichts kommt nichts“ In der Ostsächsischen Sparkasse Dresden gibt es jede Menge Möglichkeiten zur beruflichen Entwicklung – und jede Menge Unterstützung. Auf dem Weg nach oben ist allerdings auch Eigeninitiative gefragt. Ein besonderer Dialog über berufliche und persönliche Weiterentwicklung.

Beschreibung der Ausstellung durch die OSD

 

17:00-18:00 Besuch des Albertinums Dresden inkl. Führung mit Katrin Kruppa, M.A. durch die Sonderausstellung „Geniale Dilletanten“ mit dem Schwerpunkt auf weiblicher*, diverser und genderfluider Partizipation

 „Geniale Dilletanten“ – absichtlich falsch geschrieben mit Doppel-L und einem T, so hieß ein legendäres Subkultur-Festival im Berliner Tempodrom, das 1981 all die Bands und Künstle_innenr zusammenbrachte, die den Underground-Spirit Westberlins ausmachten. Über die künstlerische Wucht dieser Alternativszene hat das Münchner Haus der Kunst vor einigen Jahren eine Ausstellung organisiert, die jahrelang mit dem Goethe-Institut auf Welttournee war. Jetzt ist „“Geniale Dilettanten – Subkultur der 1980er-Jahre in West- und Ostdeutschland“ in Dresden zu sehen – und zwar um einen wesentlichen Teil erweitert: Um die Alternativ-Szene der 80er-Jahre im Osten.  Wir nahmen uns in unserer Führung durch Katrin Kruppa vor allem den weiblichen* und genderfluiden Positionen in der Ausstellung an, sei es das Künstler_innenkollektiv „Die Tödliche Doris“ oder die Frauen*band „Malaria“ in Westdeutschland oder beispielsweise die Künstlerin Christine Schlegel im Ostteil Deutschlands. Mit der nicht männlich*-heteronormative Partizipation schien in den subkulturellen Bereichen Westdeutschlands in den frühen 80ger Jahren mit einer anderen Selbstverständlichkeit umgegangen worden zu sein, als es in nachfolgenden Zeiten der Fall gewesen ist. Im in Frauen*fragen scheinbar emanzipierteren Osten, dessen Gesellschaft auch binärgeschlechtlich determiniert gewesen ist, der Frau* aber auch eine produktive Rolle im Arbeitswesen zudachte, war es eher die Wiedersetzung gegen Normen der herrschenden Klasse an sich, die eine vordergründige Rolle im subkulturellen Kontext spielte.

„Auf beiden Seiten der Mauer hatten seit dem Ende 70er-Jahre alternative Künstler_innen mit Provokationen für Aufsehen gesorgt. Dargestellt wird die alternative Szene anhand von Videos, Fotos, Hörbeispielen, Plattencovern, Magazinen, Plakaten, selbstgebauten Instrumenten und Bühnenrequisiten. Im Kontext der alternativen Musikszene werden zudem ausgewählte Bilder gezeigt. Bedingt durch die verschiedenen Gesellschaftssysteme unterschieden sich Motivation und Artikulation der Gegenkulturen auf beiden Seiten. In der Gegenüberstellung werden jedoch auch Parallelen und sogar grenzüberschreitende Berührungspunkte sichtbar.“

Auszug aus dem Pressetext des Albertinums Dresden zur Ausstellung

Michael Klipphahn i.A. IF der FNF

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